16.11.2021

Holger Hokema ist Konfliktlotse

Autor / Quelle: H. Weiland


14 Frauen und Männer aus Niedersachsen haben jetzt in der NFV-Akademie in Barsinghausen
ihre Ausbildung zu regionalen NFV-Konfliktlots*innen abgeschlossen. Die Teilnehmer*innen
der kostenlosen Zertifikats-Ausbildung sind ab sofort als regionale Ansprechpartner*innen für
die Themen Anti-Diskriminierung und Gewaltprävention im niedersächsischen Amateurfußball
im Einsatz, um Vereine und Mitglieder des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) im
Zusammenhang mit Gewalt- und Diskriminierungsvorfällen flächendeckend zu beraten und
präventiv zu unterstützen.

Nach der Einrichtung der zentralen NFV-Anlaufstelle für Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle
im Oktober 2020 ist dieser Schritt ein weiterer Meilenstein der NFV-Arbeit im Themenfeld Fair
Play, Gewaltprävention und Anti-Diskriminierung. Das Angebot der kostenlosen Zertifikats-
Ausbildung regionaler NFV-Konfliktlots*innen steht im direkten Zusammenhang der
Kooperation des NFV mit dem LandesSportBund Niedersachsen im Rahmen des Projekts
„Sport mit Courage“. Gefördert wird das Gesamtprojekt aus Mitteln des Bundesprogramms
„Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.
Um Niedersachsens Fußballplätze als Orte der respektvollen Begegnung, der Fairness, des
Zusammenhalts und der Vielfalt langfristig und nachhaltig stärken zu können, wurden den
Ausbildungsteilnehmer*innen verschiedene Kompetenzen vermittelt. Dazu zählten die
Sensibilisierung für Diskriminierung, Extremismus und Gewalt im Amateurfußball ebenso wie
die Vermittlung niedrigschwelliger Beratungs- und Moderationskompetenz oder auch die
Stärkung persönlicher Handlungssicherheit im Umgang mit Gewalt- und
Diskriminierungsvorfällen. Diese Kompetenzen versetzen die NFV-Konfliktlots*innen nun in
die Lage, Ansprechpartner*innen im regionalen Amateurfußball für die Themen Anti-
Diskriminierung und Gewaltprävention zu sein und Kontakt zu den Beteiligten nach Vorfällen
aufzunehmen. Nach einer Ersterfassung der Situation erörtern sie gemeinsam mit den
Beteiligten Handlungsoptionen zur Aufarbeitung bzw. Deeskalation und vermitteln ggf.
präventive und interventive Angebote durch Expert*innen.

Frank Schmidt, Vorsitzender des Verbandsausschusses für gesellschaftliche Verantwortung,
überreichte folgenden Konfliktlots*innen jetzt die Zertifikate: Karsten Boll (Lastrup), Marieke
Brandt (Oldenburg), Pascal Dingwerth (Nordhorn), Franz-Josef Ewerding (Ankum), Andreas
Fischer (Dannenberg), Holger Hokema (Leer), Özcan Irkan (Salzgitter), Atakan Koctürk
(Braunschweig), Jan-Christof Lachnit (Lutter am Barenberge), Kai Münchow-Witt (Bardowick),
Marcus Peters (Bassum), Gerhard Renziehausen (Wiershausen), Marvin Schories (Buchholz)
und Denise Thaddey (Hannover). Unter folgendem Link findet man auf der NFV-Homepage
weitere Informationen sowie die Kontaktdaten der regionalen NFV-Konfliktlots*innen.
Im Rahmen der Ausbildung, die an zwei Oktober-Wochenenden in der NFV-Akademie
stattfand und sechs verschiedene Module beinhaltete, waren neben NFV-eigenen Referenten
auch externe Experten aus den Bereichen Gewaltprävention, Anti-Diskriminierungsarbeit,
Konfliktbearbeitung und Mediation als Referenten involviert. Dabei handelt es sich um Felix
Agostini (NFV, Ansprechpartner der zentralen NFV-Anlaufstelle für Gewalt- und
Diskriminierungsvorfälle), Frank Koch (Anti-Gewalt-Trainer und Supervisor), Dr. Lutz Netzig
(Waage Hannover e.V.), Kim Neubert (NFV, Team Überfachliche Qualifizierung) und Patrick
Neumann (LSB Niedersachsen). Darüber hinaus stellten weitere relevante Netzwerkpartner
ihre Tätigkeit und das damit verbundene Angebot im Rahmen der Ausbildung vor. Dazu zählen
neben der Betroffenenberatung Niedersachsen sowie der Mobilen Beratung gegen
Rechtsextremismus die für den niedersächsischen Sport ausgebildeten Demokratietrainer.
Erfreut über die abgeschlossene Ausbildung und den zukünftigen Einsatz der regionalen NFV-
Konfliktlots*innen äußerte sich Frank Schmidt als zuständiges NFV-Präsidiumsmitglied:
„Fußball ist nicht nur die schönste Nebensache der Welt, sondern bietet als Spiegelbild der
Gesellschaft auch viel Platz für unterschiedliche Ansichten, emotionale Aufladungen und
Wettbewerbe, in denen Vorurteile zum Ausdruck kommen und teilweise auch eskalieren. Für
uns ist allerdings klar, dass jeder einzelne Gewalt- oder Diskriminierungsvorfall im Fußball ein
Vorfall zu viel ist, denn mag der prozentuale Wert an Vorfällen noch so klein sein, relativiert er
in keiner Weise das Leid der Betroffenen. Umso wichtiger ist es, dass wir mit den NFV-
Konfliktlots*innen nun regionale Ansprechpartner*innen im Themenfeld haben, die unseren
Ehrenamtlichen, Vereinen und Mitgliedern ein bedarfsorientiertes Unterstützungsangebot
machen.“

Auch für Jan Baßler, zuständiger NFV-Direktor, hat die Thematik einen hohen Stellenwert:
„Gewalt und Diskriminierung sind zwar keine Auswüchse des Fußballs, sondern primär
Auswüchse der Gesellschaft, die im Fußball zum Tragen kommen. Allerdings sind auch wir
gefordert, diesen Tendenzen entschieden entgegenzutreten und einen konfliktfreien Sport auf
unseren Plätzen zu fördern. Nachdem wir nun 14 regionale NFV-Konfliktlots*innen ausgebildet
haben und einsetzen werden, ist es perspektivisch unser Ziel, in jedem unserer 32 NFV-Kreise
mit mindestens einem Konfliktlotsen bzw. einer Konfliktlotsin vertreten zu sein.“

 

 

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Seite zuletzt aktualisiert am: 01.12.2021